Prozessmodelle und Ebenen: Geschäftsfall, Variante, Prozessmodell

Die vier Ebenen, auf denen Noreja einen Prozess betrachtet, von einem einzelnen Geschäftsfall bis zum Prozessmodell aller Fälle, und wo du jede davon im Analyzer findest.

Noreja betrachtet einen Prozess auf vier Ebenen: von einem einzelnen Geschäftsfall bis zum Prozessmodell aller Fälle. Wenn du weißt, auf welcher Ebene du gerade bist, kannst du die Zahlen im Analyzer und auf Dashboards richtig lesen und Minerva die passenden Fragen stellen. Diese Seite erklärt die vier Ebenen am Beispiel des Prozesses Purchase-to-Pay.

Geschäftsfälle und die Perspektive

Ein Geschäftsfall ist ein Durchlauf eines Prozesses vom Anfang bis zum Ende, zum Beispiel eine Bestellung von der Bedarfsanforderung bis zur Zahlung. Jeder Fall besteht aus den Aktivitäten, die für ihn ausgeführt wurden, jeweils mit dem Zeitpunkt, zu dem sie stattfanden.

Eine Perspektive legt fest, welche Fälle und Aktivitäten zu einem Prozess gehören und in welcher Reihenfolge die Aktivitäten erwartet werden. Alle vier Ebenen unten gehören immer zu einer Perspektive. Die Perspektive Purchase-to-Pay auf dieser Seite enthält 5.520 Fälle. Perspektiven werden im Builder erstellt; siehe Eine Perspektive erstellen.

Die vier Ebenen

Diagramm der vier Ebenen: Das Prozessmodell besteht aus vielen Varianten, eine Variante aus vielen Fällen, jeder Fall existiert als Fallmodell und, im Detail, als Fallinstanz. Jeder Kasten nennt, wo die Ebene im Analyzer erscheint.

Ebene

Was sie ist

Wo du sie siehst

Prozessmodell

Alle Fälle der Perspektive in einem Graphen: jede Aktivität, die vorkommt, und wie sich die Fälle zwischen ihnen bewegt haben.

Analyzer, Ansicht Prozess

Variante

Alle Fälle mit derselben Struktur: dieselben Aktivitäten, auf dieselbe Weise verbunden.

Liste Varianten in der Ansicht Prozess

Fallmodell

Ein Fall, in dem jede Aktivität einmal gezeigt wird.

Ansicht Case, Schalter Modell

Fallinstanz

Derselbe Fall mit jeder einzelnen Ausführung einer Aktivität.

Ansicht Case, Schalter Instanz

Das Prozessmodell

Die Ansicht Prozess eines Analyzer-Tabs zeigt das Prozessmodell. Jede Aktivität erscheint einmal. Die Zahl an einer Aktivität zeigt, wie oft sie über alle Fälle hinweg ausgeführt wurde; sie kann höher sein als die Zahl der Fälle, zum Beispiel wenn eine Bestellung mehrere Positionen hat. Die Pfeile sind Beziehungen: Die Zahl an einer Beziehung zeigt, wie viele Ausführungen der Aktivität, von der sie ausgeht, ihr gefolgt sind. Hier siehst du den Gesamtablauf, die Hauptpfade und die seltenen Ausnahmen in einem Bild. Was jede Zahl bedeutet, erklärt Elemente in Noreja-Prozessgraphen; wie du mit der Ansicht arbeitest, Mit der Prozessansicht arbeiten.

Die Ansicht Prozess von Purchase-to-Pay: links die Liste Varianten mit Variante 1 (1.130 Fälle), Variante 2 (978 Fälle) und weiteren Varianten, in der Mitte der Prozessgraph und rechts die Einstellungen

Die Kennzahlen des Prozessmodells, etwa die durchschnittliche Durchlaufzeit oder die Zahl der Verstöße, beziehen sich immer auf alle Fälle im Tab. Hat der Tab Filter, sind es alle Fälle, die zu ihnen passen. Siehe Von Ereignissen zum Prozessmodell: Was wo zusammengefasst wird.

Varianten

Fälle folgen oft demselben Weg durch den Prozess. Noreja fasst Fälle mit derselben Struktur zu einer Variante zusammen. Die Liste Varianten neben dem Prozessgraphen zeigt sie sortiert nach Anzahl Fälle: In Purchase-to-Pay bilden die 5.520 Fälle 39 Varianten, und die häufigste, #1, umfasst 1.130 Fälle.

  • Klicke auf eine Variante, um im Graphen nur ihre Struktur zu sehen. Die Liste zeigt sie als Ausgewählte Variante; klicke auf Auswahl zurücksetzen (den kreisförmigen Pfeil), um wieder alle Fälle zu sehen.
  • Klicke auf das runde Symbol neben einer Variante (Öffnen aller Geschäftsfälle des spezifischen Variantentyps), um mit genau den Fällen dieser Variante in die Ansicht Case zu wechseln.

Die Ansicht Prozess mit ausgewählter Variante 1: Ausgewählte Variante #1 (1.130), und der Graph zeigt nur den Weg dieser Variante

Meist decken wenige häufige Varianten die meisten Fälle ab, und viele seltene Varianten den Rest. In Purchase-to-Pay decken die sieben häufigsten Varianten 3.881 der 5.520 Fälle ab (70 %). Die seltenen lohnen oft einen Blick: Sie enthalten die Ausnahmen, Umwege und Wiederholungen.

Tipp: Die Nummern der Varianten richten sich nach der Zahl ihrer Fälle. Nach einem neuen Import der Perspektive können sich Nummern und Reihenfolge der Varianten ändern.

Fallmodell und Fallinstanz

Die Ansicht Case listet die Fälle des Tabs unter Geschäftsfälle auf. Klicke auf einen Fall, um seinen Graphen zu sehen; siehe Mit der Case-Ansicht arbeiten. Oben in den Einstellungen wechselst du zwischen zwei Detailstufen:

  • Modell (das Fallmodell) zeigt jede Aktivität des Falls einmal. Wurde eine Aktivität mehrmals ausgeführt, erscheint sie trotzdem einmal, mit der Zahl ihrer Ausführungen.
  • Instanz (die Fallinstanz) zeigt jede Ausführung einzeln, jeweils mit ihrer eigenen Zeit. Damit verfolgst du genau, was in einem Fall passiert ist.

Der Fall 1015\_dbo\_bestellung\_35173271 in Purchase-to-Pay ist eine Bestellung mit drei Hardware-Positionen. Jede Position wurde für sich angelegt, empfangen und geprüft. Das Fallmodell zeigt diesen Teil des Prozesses einmal, mit der Zahl der Ausführungen an jeder Aktivität:

Die Ansicht Case mit dem Fall 1015_dbo_bestellung_35173271, geöffnet als Modell: Jede Aktivität erscheint einmal, mit einer zusätzlichen Beziehung von Bestellung erstellt direkt zu rechnung erfassung

Die Fallinstanz zeigt die drei Positionen als drei parallele Zweige, jede Ausführung mit ihrer eigenen Zeit:

Derselbe Fall als Instanz: Anlegen der Position, Wareneingang und Prüfung erscheinen dreimal, als drei parallele Zweige

Bei einem Fall, in dem jede Aktivität nur einmal stattfand, sehen beide fast gleich aus.

Erwartete und tatsächliche Reihenfolge

Die Perspektive legt fest, in welcher Reihenfolge die Aktivitäten erwartet werden. Noreja vergleicht jeden einzelnen Fall mit dieser erwarteten Reihenfolge. Wo ein Fall abweicht, siehst du das auf allen vier Ebenen: Aktivitäten in falscher Reihenfolge (Reihenfolgefehler) und übersprungene Aktivitäten (Ignorieren). Noreja markiert außerdem Aktivitäten, die geändert wurden, nachdem eine spätere Aktivität schon begonnen hatte (Nachbearbeitung). Du schaltest sie unter Fehlermuster ein. Siehe Prozessmuster: Reihenfolgefehler, Ignorieren, Nachbearbeitung und erlaubte Abweichungen und Die erwartete Reihenfolge: Hypothese der Perspektive, Abkürzungen und Rücksprünge.

Welche Ebene für welche Frage?

  • Wie läuft der Prozess insgesamt, und wo sind die Engpässe? Das Prozessmodell.
  • Was sind die typischen Wege, und welche sind Ausnahmen? Die Varianten.
  • Was ist bei dieser einen Bestellung passiert? Das Fallmodell, und die Fallinstanz für jeden einzelnen Schritt.

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