Konfiguration einer Entität
Überblick
Die Konfiguration von Entities ist der Punkt, an dem Datenverbindungen wirklich zum Leben erwachen. Hier werden rohe Datenquellen in strukturierte, wiederverwendbare Event Knowledge Graphs überführt – die Grundlage für Dimensionen, Kennzahlen und schließlich umsetzbare Erkenntnisse. In diesem Leitfaden zeigen wir dir, wie du auf die Übersicht zugreifst, Entities verwaltest und konfigurierst, und wie du dein Datenmodell in ein leistungsfähiges, geschäftsrelevantes Analysefundament verwandelst.
Zugriff auf die Entity-Übersicht
Im Hauptmenü des Builders klickst du auf Builder, danach im Untermenü auf der linken Seite auf Entities. Du gelangst zu einer tabellarischen Übersicht aller bereits definierten Entities. Jede Entity stellt dabei ein eigenes Datenmodell dar – etwa ein ERP-Verkaufsmodul, eine Einkaufs-API oder einen anderen funktionalen Datenbereich.
Aufbau der Entity-Tabelle
Jede Zeile in der Tabelle entspricht einem sogenannten Entity Graph und umfasst folgende Spalten:
| Spalte | Beschreibung |
|---|---|
| Name | Eine frei wählbare Bezeichnung, die du der Entity gibst. Wähle einen Namen, der den Datenumfang klar beschreibt – z. B. ERP_SalesOrders, CRM_Contacts oder Inventory_API. |
| Data Source | Zeigt, welche Datenquelle diese Entity speist (z. B. relationale Datenbank, REST API, CSV-Import). Diese Rückverfolgbarkeit hilft dir zu erkennen, woher die Daten eines Modells stammen. |
| Status | Zwei mögliche Zustände: Not Imported (rot) – Die Entity ist definiert, aber noch nicht nutzbar. Imported (blau) – Die Entity wurde erfolgreich importiert und ist für die Modellierung bereit. |
| Progress | Während eines Imports wird hier der Fortschritt aller Verarbeitungsschritte angezeigt – von der Schema-Erkennung über die Datenabfrage bis zur Validierung. Am Ende steht Import Done als Bestätigung. |
| Created | Zeitstempel, wann die Entity erstmals erstellt wurde. |
| Modified | Zeitstempel der letzten Änderung an der Konfiguration der Entity. |
| Imported | Zeitstempel des letzten erfolgreichen Imports dieser Entity. |
| Actions | Sammlung von Funktionen zur Verwaltung des Entity-Lebenszyklus: Konfiguration, Zurücksetzen, Import, Export, Kopieren und Löschen. Näheres dazu weiter unten. |
Aktionen zur Entity-Verwaltung
- Configure: Öffnet die Detailkonfiguration der Entity. Hier definierst du Datenabfragen, Joins, Feldzuordnungen und Transformationen. Dies ist der zentrale Ort für alle strukturellen Entscheidungen in deinem Modell.
- Reset: Macht alle noch nicht gespeicherten Änderungen rückgängig und stellt den Zustand des letzten erfolgreichen Imports wieder her.
- Import: Startet den Entity-Aufbau. Der Fortschritt wird in der Progress-Spalte angezeigt. Bei Erfolg ändert sich der Status auf Imported und der Import-Zeitstempel wird aktualisiert.
- Delete: Entfernt die Entity samt Metadaten dauerhaft. Achte vorher darauf, dass keine Dimensionen oder Berichte mehr von ihr abhängen.
- Export Configuration: Exportiert die gesamte Konfiguration (inkl. Felder, Joins, Filter) als JSON oder YAML. Ideal für Versionierung, Sicherungen oder Umgebungswechsel.
- Copy Configuration: Erstellt eine Kopie der Entity – hilfreich z. B. für länderspezifische Varianten oder Testzwecke.
Konfigurationen importieren
Über der Entity-Tabelle befindet sich der Button Import Configuration (Pfeil nach oben). Damit kannst du zuvor exportierte Konfigurationen wieder einspielen – einzeln oder im Bulk.
Best Practices für Entity-Konfigurationen
Sprechende Namen: Verwende einheitliche Namenskonventionen (z. B. quelle_modul_zweck) zur besseren Übersicht.
Modulare Modelle: Zerlege große Quellsysteme in kleinere, überschaubare Entities wie Orders, Payments, Shipments.
Versionierung: Exportiere regelmäßig deine Konfigurationen und speichere sie im Repository.
Häufige Imports: Führe nach jeder Änderung (z. B. neue Felder, Filter, Joins) einen Import durch, um das Modell zu validieren und zu aktivieren.
Entity Graph konfigurieren
Wähle in der Entity-Tabelle die gewünschte Zeile und klicke auf Configure, um den Konfigurationseditor zu öffnen. Dieser besteht aus zwei Schritten: Auswahl der Datenobjekte und deren Konfiguration.
Auswahl der Datenobjekte
Der erste Bildschirm zeigt dir zwei Spalten: Available Data Objects (verfügbare Datenobjekte) auf der linken Seite und Selected Data Objects (ausgewählte Datenobjekte) auf der rechten Seite.
Verfügbare Datebobjekte
Hier siehst du alle Tabellen, Views oder API-Endpunkte, die von der gewählten Datenquelle bereitgestellt werden. Bei einer Verbindung zu einer relationalen Datenbank findest du dort z. B. sales_orders, order_items oder customers. Bei einer REST API könnten es Endpunkte wie GET /invoices oder GET /shipments sein.
Objekte auswählen
Ziehe ein Objekt einfach per Drag & Drop in die rechte Spalte oder klicke auf Add, um es deinem Entity Graph hinzuzufügen. Willst du ein Objekt wieder entfernen, klicke auf Remove, oder entferne alle auf einmal mit Remove All. Mit Add All kannst du dagegen sämtliche verfügbaren Objekte auf einmal übernehmen – besonders nützlich bei explorativen Modellen.
Metadaten anzeigen
Wenn du mehr Kontext brauchst, klicke auf das kleine Info-Symbol neben einem Objekt. Daraufhin erscheint ein Metadaten-Panel am unteren Rand mit Informationen wie Spaltenanzahl, Zeilen-Schätzungen, Datengrößen usw. Diese Vorschau hilft dir dabei zu entscheiden, ob eine Tabelle zu groß für deinen Anwendungsfall ist oder ob ein API-Endpunkt die benötigten Felder enthält.
Wenn deine Auswahl deinen Modellierungsbedarf genau abdeckt, klicke unten rechts auf Next.
Entities platzieren und konfigurieren
Anschließend gelangst du auf eine leere Zeichenfläche mit einer Sidebar, die deine ausgewählten Datenobjekte auflistet. Betrachte jedes Objekt als Baustein für deinen Entity Graph.
Drag & Drop auf das Canvas
Ziehe die Datenobjekte aus der Sidebar auf die Zeichenfläche. Sobald du ein Objekt platzierst, erstellt der Builder ein vorläufiges Entity-Element – markiert mit einem roten Ausrufezeichen, das anzeigt, dass noch eine Konfiguration erforderlich ist.
Grid anzeigen
Aktiviere die Option Show Grid unterhalb des Canvas, um eine Rasteransicht zu erhalten. Diese hilft dir dabei, den Graph übersichtlich und strukturiert aufzubauen.
Kontextmenü öffnen
Rechtsklicke auf eine Entity, um folgende Optionen zu sehen:
Delete: Entfernt die Entity wieder vom Canvas.
Add Process Context: Erlaube eine Kontextbeschreibung (z. B. Geschäftsregeln, Prozessnotizen – mehr dazu später).
Configure: Öffnet die Detailkonfiguration der Entity.
Detaillierte Entity-Konfiguration
Beim Klick auf Configure öffnet sich ein Modal mit mehreren übersichtlich strukturierten Abschnitten. Hier wird aus Rohdaten ein analysierbares Ereignismodell – nimm dir entsprechend Zeit, um jeden Abschnitt sorgfältig auszufüllen.
Activity Name
Gib oben eine klare, handlungsorientierte Bezeichnung ein (nach dem Muster Verb + Objekt), z. B. Create Order, Issue Invoice, Ship Item. So wird auf Dashboards oder in Berichten sofort klar, was diese Aktivität bedeutet.
Timestamps
Start Timestamp (Pflichtfeld): Wähle die Spalte, die angibt, wann der Datensatz diesen Prozessschritt erreicht hat (z. B. order_date, invoice_issued_at).
Change Timestamp (optional): Wähle eine Spalte wie last_update, wenn du z. B. Nachbearbeitungen oder Statusänderungen erfassen willst. Beide Zeitstempel ermöglichen spätere Auswertungen zu Durchlaufzeiten und Rework-Schleifen.
Properties auswählen
Darunter findest du eine durchsuchbare Liste aller importierten Spalten. Wähle per Checkbox die Felder aus, die im Modell verfügbar sein sollen – z. B. für Filter, Ursachenanalysen oder angereicherte Berichte.
Erweiterte SQL-Logik
Im unteren Bereich kannst du mit Advanced SQL die Datenerfassung weiter anpassen:
- Eigene JOINs für zusätzliche Tabellenbezüge
- WHERE-Filter wie
WHERE status = 'active'zum Vorfiltern auf Datenbankebene
Konfiguration validieren
Test Query: Führt deine Konfiguration aus und zeigt eine Vorschau der ersten Datensätze – nützlich zur Prüfung auf Syntaxfehler oder leere Felder.
Show Query: Zeigt die genaue SQL- oder API-Abfrage, die ausgeführt wird – volle Transparenz.
Load Property List: Aktualisiert die Felderliste, falls du neue Tabellen oder Spalten per SQL hinzugefügt hast.
Wenn alles passt, klicke auf Confirm. Das rote Ausrufezeichen verschwindet – die Entity ist nun vollständig konfiguriert.
Dialog zur detaillierten Beziehungskonfiguration
Nach der Konfiguration und dem Import der Entities folgt der nächste wichtige Schritt: die Verknüpfung deiner Modelle zu einem einheitlichen Daten-Graphen. Diese Beziehungen – ähnlich wie Fremdschlüssel in Datenbanken – sorgen dafür, dass deine Entities zusammen ein logisches, zusammenhängendes Datenmodell bilden.
Relationship Mode aktivieren
Gehe zurück zum Canvas und klicke auf Add Data Relationships oben links. Der Cursor wird zum Verbindungssymbol – du kannst jetzt Beziehungen zwischen Entities zeichnen.
Beziehung erstellen
- Quelle wählen: Fahre mit dem Mauszeiger über die Entity, von der die Beziehung ausgehen soll (z. B.
Order Header). - Ziel anvisieren: Klicke, halte und ziehe zum Zielobjekt (z. B.
Order Items) und lasse los. - Entwurf sichtbar: Eine rote, gepunktete Linie erscheint – das ist der Beziehungsentwurf.
Beziehung konfigurieren
Rechtsklicke auf die Linie und wähle Configure. Ein Modal öffnet sich mit zwei Panels:
- Source Panel (links): Name und Felder der Quell-Entity
- Target Panel (rechts): Ziel-Entity und ihre Felder
Felder zuordnen (Mapping)
Im Kern jeder Beziehung steht die Zuordnung – z. B. order_id → order_id. Wenn mehrere Felder erforderlich sind (z. B. customer_id + region_id), kannst du diese ebenfalls hinzufügen.
Nicht-Schlüssel-Felder hinzufügen
Falls du ein Feld brauchst, das nicht automatisch verfügbar ist (z. B. per Advanced SQL ergänzt), kannst du es unten über Add Property suchen, hinzufügen und wie ein normales Mapping-Feld verwenden. Entfernen lässt es sich mit dem roten Papierkorb-Symbol.
Komplexe Joins definieren
Join-Bedingungen: Über das Zahnrad-Symbol kannst du Operatoren wie =, >, <= definieren oder benutzerdefinierte SQL-Ausdrücke verwenden.
Bridge Tables (Zwischentabellen): Für many-to-many-Beziehungen kannst du eine Cross Table einfügen – klicke dazu auf das kleine + zwischen Quelle und Ziel und mappe die Felder beidseitig.
Richtung beachten
Ordne Felder immer von links nach rechts zu – das sichert die korrekte Richtung für SQL-Generierung und Pipeline-Ausführung.
Validierung der Beziehung
Nutze die Validierungsfunktionen im Modal-Footer:
- Test Query: Führt den Join live gegen die Quelle aus und zeigt die verknüpften Daten.
- Show Query: Zeigt die SQL-Logik, die im Hintergrund ausgeführt wird.
Nach der Bestätigung verwandelt sich die gepunktete Linie in eine durchgezogene Linie – die Beziehung ist aktiv.
Mit allen konfigurierten Beziehungen bildet dein Entity Graph nun die tatsächliche Struktur deiner Geschäftsdaten ab: Tabellen sind verbunden, Schlüssel korrekt zugeordnet, Zwischentabellen aufgelöst.
In den nächsten Schritten kannst du auf dieser Grundlage Metriken definieren, automatisierte Datenpipelines aufbauen und Self-Service-Analysen ermöglichen. Doch zunächst – nimm dir einen Moment, um auf dein Werk zu blicken:
Jeder Knoten, jede Verbindung, jede definierte Logik ist ein präziser Baustein für leistungsstarke, vertrauenswürdige Erkenntnisse.