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title: "Deep Dive: Kardinalitäten"
url: "https://docs.noreja.com/de/article/deep-dive-kardinalitaten"
language: "de"
last_updated: "2026-02-23T07:39:24.798Z"
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# Deep Dive: Kardinalitäten

Kardinalitäten in Prozessgraphen liefern entscheidende strukturelle Einblicke in die Beziehungen zwischen Aktivitäten über verschiedene Case-Instanzen hinweg. Sie beschreiben die Multiplikation von Übergängen zwischen Aktivitäten – ob Abläufe linear, verzweigend, zusammenführend, optional oder iterativ sind. Durch die Interpretation von Mustern wie 1:1, 1:n oder n:m lassen sich Split-Merge-Strukturen erkennen, Schleifen identifizieren, optionale Pfade analysieren und die strukturelle Komplexität eines Geschäftsprozesses besser verstehen. Die Kardinalitätsanalyse ist damit ein zentrales Instrument zur Bewertung von Prozessdesign, Leistungsdynamik und Ausnahmeverhalten.

### Verständnis von Kardinalitäten in Prozessgraphen

Kardinalitäten in Prozessgraphen helfen dabei, die strukturellen Beziehungen zwischen Aktivitäten über mehrere Prozessinstanzen hinweg zu verstehen. Sie beschreiben, **wie oft** eine Aktivität in eine andere übergeht – also, ob es sich um eine **Eins-zu-Eins**\-, **Eins-zu-Viele**\- oder **Viele-zu-Viele**\-Beziehung handelt.

Dieses Konzept ist essenziell bei der Analyse von wiederkehrenden Verhaltensmustern, Split-Merge-Strukturen oder abweichenden Prozessverläufen.

### Was drückt eine Kardinalität aus?

Jeder Pfeil im Prozessgraphen kann mit einer Kardinalitätsangabe wie `1:1`, `1:n` oder `0…1:1` versehen sein.  
Diese beschreibt die **minimale und maximale Anzahl an Verbindungen** zwischen zwei Aktivitätstypen – über alle Prozessinstanzen hinweg.

Format ist immer wie folgt:  
`[Multiplizität der Quellaktivität] : [Multiplizität der Zielaktivität]`

### Häufige Kardinalitätstypen

### 1:1 – Eins zu Eins

Jede Instanz der Quellaktivität wird **genau von einer** Zielaktivität gefolgt – und umgekehrt.

**Interpretation:**  
Dieser Pfad wird pro Fall einmal durchlaufen und steht für einen linearen Ablauf.

![1:1 – Eins zu Eins](https://cdn-assets.productfruits.com/c69d9233-82bf-4673-acc6-b7dc05298301)

**Beispiel:**  
`Schaden anlegen → Schaden einpflegen`  
`1:1` bedeutet: Jeder angelegte Schaden wird genau einmal weiterbearbeitet.

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### 1:n – Eins zu Viele

Eine Quellaktivität führt zu **mehreren** Zielaktivitäten.

**Interpretation:**  
Ein einzelnes Ereignis löst **mehrere Folgeaktionen** aus.

![1:n – Eins zu Viele](https://cdn-assets.productfruits.com/ca029dc1-895a-404b-91a9-ce8b5134a10f)

**Beispiel:**  
`bo.TypeC → dbo.TypeE`  
Kardinalität `1:0…3` bedeutet: Ein Ereignis vom `TypeC` kann bis zu drei Ereignisse vom `TypeE` nach sich ziehen.

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### n:1 – Viele zu Eins

Mehrere Quellaktivitäten führen zu **einer einzigen** Zielaktivität.

**Interpretation:**  
Ein Konsolidierungspunkt, bei dem verschiedene Zweige in einem Schritt **zusammenlaufen**.

![n:1 – Viele zu Eins](https://cdn-assets.productfruits.com/ba510809-0b94-4e25-b0d9-65a626b605cd)

Beispiel:  
`dbo.TypeB → dbo.TypeC` mit `1…2:0…1`  
Mehrere `TypeB`\-Ereignisse können in ein einziges TypeC-Ereignis münden.

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### n:m – Viele zu Viele

Mehrere Ereignisse auf beiden Seiten interagieren miteinander.

**Interpretation:** Ein **schleifenartiger oder wiederholter** Ablauf, z. B. bei Nachbearbeitungen oder Bündelungen.

![n:m – Viele zu Viele](https://cdn-assets.productfruits.com/2929d850-1da1-4bb6-ae82-5c3056f26e26)

Beispiel: Kardinalität `1…2:0…2`: Beide Seiten haben mehrfache Zuordnungen – häufig in komplexen Serviceprozessen oder bei „Retry“-Logiken.

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#### 0:1 – Optionale Pfade

Eine `0` bedeutet, dass der Übergang **nicht in jedem Fall stattfindet**.

![0:1 – Optionale Pfade](https://cdn-assets.productfruits.com/59ebbd6c-3686-4698-97eb-75459c2013dc)

Beispiel: `dbo.TypeE → dbo.TypeF` mit `0…1:0…1`  
In manchen Fällen wird dieser Schritt gänzlich übersprungen.

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### Praktische Anwendungsfälle

**Splits** erkennen in der Prozesslogik *(z. B. Rechnung → mehrere Mahnstufen)*

**Merges** identifizieren bei paralleler Bearbeitung *(z. B. Genehmigungen → Finalisierung)*

**Optionale** Pfade & Edge Cases sichtbar machen

**Wiederholungen & Schleifen** analysieren *(z. B. Nacharbeit oder Servicewiederholungen)*

**Ressourcenplanung** optimieren durch das Verständnis von linearen vs. burstartigen Übergängen
